Tag 6 : Das Investment-Einmaleins – Teil 2

Bargeld

Mit Bargeld sind die meisten Menschen vertraut. Wie einen guten Freund haben wir es gern bei uns. Bargeld ist physisches Geld, also Münzen und Scheine, womit die meisten Menschen auch ihre ersten finanziellen Erfahrungen machen. Erinnerst du dich an den Schein, den dir deine Oma zugesteckt hat? Bargeld ist auch heute Teil deines Vermögens. Wenn du etwas gespart hast, liegt es vielleicht auf dem Konto, wo du es jederzeit abheben kannst. Es beinhaltet also nicht nur physisches Geld, sondern Vermögen, auf das du jederzeit Zugriff hast.

Festgeld

Anders ist das mit Festgeld. Von Festgeld spricht man, wenn du dein Geld über eine bestimmte Dauer anlegst und für dich arbeiten lässt. Das funktioniert so:

 

  • Du hast Ersparnisse, für die du momentan keine Verwendung hast und die ohnehin auf deinem Konto liegen würden.
  • Mit diesem Betrag eröffnest du ein Festgeldkonto. Die Banken haben individuelle Bedingungen, doch grundsätzlich gilt: Je länger du das Geld fest anlegst, umso mehr Zinsen bekommst du.
  • Lege dich auf eine Dauer fest – zum Beispiel zwei, fünf oder zehn Jahre. Dafür bekommst du jährlich Zinsen.
  • Hast du das Geld einmal angelegt, kannst du es vor Ablauf der vereinbarten Dauer nicht mehr einfach abheben.
  • Im Notfall kommst du aber trotzdem an das Geld. Solltest du es vor Ablauf der Frist brauchen, kann es sein, dass du dafür eine Gebühr zahlen, zumindest aber auf deine Zinsen verzichten musst, je nach den vereinbarten Konditionen.

 

Im Folgenden noch ein paar Grundbegriffe und weitere Möglichkeiten, wie du dein Geld anlegen kannst.

Wertpapiere

Wertpapier ist ein Überbegriff. Jedes Wertpapier entspricht einem klar definierten Wert, zum Beispiel einem Geldbetrag oder einem Recht. So ein Recht kann beispielsweise ein kleiner Anteil an einem Unternehmen sein. Aktien, Anleihen, Fonds – all das sind Wertpapiere.

Aktien

Aktien oder auch Anteile sind die Aufteilung des Kapitals eines Unternehmens in gleiche Teile. Inhaberinnen oder Inhaber dieser Aktien sind zu einem Anteil gewinnbeteiligt. Ein Grund, warum es so faszinierend ist, Investorin zu sein: Du lässt die CEOs und Firmenteams rund um den Globus für dich arbeiten. Cool, oder?

Was ist der Unterschied zwischen Anteilen und Aktien?

Beide Begriffe werden oft synonym verwendet. Aktien ist ein eher allgemeiner Begriff. „Ich besitze Aktien“ impliziert Anteile an vielen Unternehmen. Wenn du „Ich besitze Anteile der Firma xy“ sagst, bezieht sich das nur auf dieses Unternehmen. 

Anleihen

Anleihen sind festverzinsliche Anlagen. Sie beruhen auf dem Prinzip, dass du dein Geld an Unternehmen oder den Staat verleihst. Mit einer solchen Staatsanleihe oder Unternehmensanleihe hilft dein Geld der Regierung oder diesen Unternehmen, Projekte und Vorhaben weiterzuentwickeln. Auf dein verliehenes Geld bekommst du Zinsen – unter Umständen bis zu drei oder vier Prozent pro Jahr. Wenn die Anleihen nach einer vorher festgelegten Laufzeit fällig werden, bekommst du dein Geld mit Zinsen zurück.

Rohstoffhandel

Rohstoffe sind in zwei große Kategorien unterteilt: Natürliche Ressourcen (zum Beispiel Gold, Gas, Öl) und landwirtschaftliche Produkte (Vieh und Lebensmittel wie Mais, Weizen, Kaffee oder Zucker) Für Rohstoffe gibt es eigene Börsen, an denen auch private Anleger handeln können. Allerdings nicht mit den tatsächlichen, physischen Rohstoffen, vielmehr kommen Instrumente zum Einsatz, die die Rohstoffe repräsentieren.

Alternative Investitionen

Darunter versteht man Investitionen für vermögende Privatpersonen. Normalerweise erfordern sie ein Startkapital von mindestens 300.000 US-Dollar oder sogar im Millionenbereich, um sich beteiligen zu können. Beispiele für alternative Investitionsmöglichkeiten sind der Einsatz von Risikokapital in privaten Beteiligungsgesellschaften, Hedgefonds und Sammelobjekte.

 

Für den Anfang solltest du dich vor allem mit den drei folgenden Punkten vertraut machen: 

Risiko

Damit ist die Möglichkeit gemeint, dass deine Investition an Wert verliert – du bei deiner Investition also Geld verlierst. Bevor du mit dem Investieren beginnst, mach dir also Gedanken über dein so genanntes Risikoprofil. Überlege, wie weit du gehen kannst, damit du nachts noch ruhig schlafen kannst, wenn sich dein Geld an den globalen Märkten bewegt.

Diversifikation

Mit Diversifikation kannst du dein Risiko reduzieren. Dabei geht es darum, dein Vermögen auf verschiedene Arten von Finanzanlagen oder Anlageklassen zu verteilen. Damit streust du das Risiko und machst deine Investitionen weniger riskant. Es wäre zum Beispiel ein Risiko, dein ganzes Geld in ein einziges Unternehmen zu stecken. Besser sind zehn Unternehmen – und noch viel besser ist es, wenn sie alle aus unterschiedlichen Branchen und Regionen stammen. Eine der besten Möglichkeiten, dein Portfolio – also dein ganzer Bestand an Wertpapieren – zu diversifizieren und das Risiko möglichst klein zu halten, sind ETFs (Exchange Traded Funds). Mehr zu ETFs erfährst du im Kurs 3. 

Gebühren

Für bestimmte Anlagen fallen Kosten an. Behalte diese Kosten im Blick, denn sie schmälern deine Rendite. Beim Investieren werden normalerweise eine Maklergebühr und eine Produktgebühr fällig. Stelle immer sicher, dass du genau weißt, was an Gebühren auf dich zukommt, bevor du eine Investition tätigst.